Hautpilz bei der Katze: oft unbemerkt und trotzdem ansteckend

Hautpilz bei der Katze kann auch auf Menschen übertragen werden.
Hautpilz bei Katzen, auch Dermatophytose genannt, wird durch Sporen übertragen.

HAUTPILZ BEI KATZEN

Eine der weitverbreitetsten infektiösen Hauterkrankungen bei der Katze ist der Hautpilz (Dermatophytose). Die Ursache für die Infektion ist fast immer der Pilz Microsporum canis, auch Katzenpilz genannt. Obwohl „Canis“ eigentlich Hund bedeutet, siedelt sich der Hautpilz gerne im dichten Fell von Katzen an. Dort verbreitet er sich häufig unbemerkt: Eine mit Hautpilz infizierte Katze zeigt oft keine Symptome, ist aber trotzdem ansteckend — auch für Menschen. Hier erfahren Sie, was bei dem Verdacht auf Hautpilz bei der Katze zu tun ist.

WIE KOMMT DER HAUTPILZ ZUR KATZE?

Um einen neuen Wirt zu befallen, bildet ein Hautpilz Millionen winziger Partikel aus: die Sporen. Diese verwurzeln sich an lockeren Hautschuppen und Haaren infizierter Katzen. Beim Kratzen verteilen sich die Schuppen und mit ihnen die kleinen Partikel in der Umgebung. Deshalb ist der Hautpilz bei Katzen sehr ansteckend und bei Körperkontakt leicht auf Artgenossen übertragbar. Sobald der Pilz einen neuen Wirt befallen hat, produziert er weitere Sporen. Das Problem: sie verbreiten sich in der gesamten Wohnung und können dort unter optimalen Bedingungen mehrere Jahre ansteckend bleiben.

HAUTPILZ DER KATZE AUCH AUF MENSCHEN ÜBERTRAGBAR

Ein Pilzbefall ist nicht nur für die Katze unangenehm, denn der Hautpilz ist auch für Tierhalter ansteckend. Der Fachbegriff dafür lautet Zoonose. Normalerweise hat eine Pilzinfektion beim Menschen nur einen juckenden Hautausschlag oder Haarausfall zur Folge. Wenn sich aber ein Kind oder eine immungeschwächte Person ansteckt, kann der Pilz im schlimmsten Fall auch innere Organe befallen. Deshalb empfiehlt das europäische Expertengremium ESCCAP folgende Maßnahmen, um zu verhindern, dass Sie sich mit der Hautpilz-Infektion ihrer Katze ebenfalls anstecken:

  • Nach dem Streicheln oder Kuscheln mit dem Stubentiger gründlich die Hände waschen
  • Situationen mit hoher Infektionsgefahr meiden
  • Suchen Sie umgehend eine Tierarztpraxis auf und lassen Sie die Hautpilz-Infektion behandeln
  • Auch die Umgebung der infizierten Katze dekontaminieren
     

HAUTPILZ BEI KATZEN ERKENNEN

Typische Anzeichen für den Pilzbefall einer Katze sind runde, kahle Stellen im Fell, die sich immer weiter ausbreiten. Oft ist die Haut an diesen Flecken fettig, schuppig und entzündet. Wenn sich die Katze an den juckenden Stellen kratzt, kann der Pilz auch die Krallen befallen. Sie werden dann brüchig und verfärben sich gelblich. Besonders unangenehm für die Katze ist ein Pilz im Ohr oder an der äußeren Ohrmuschel – häufig jedoch auch an der Nase, da die Haut dort besonders empfindlich ist. 

Doch nicht alle Katzen mit einer Hautpilz-Infektion zeigen Symptome. Insbesondere Langhaarkatzen übertragen den Pilz oftmals, ohne selbst sichtbar zu erkranken. Außerdem können andere Parasiten wie Milben oder Flöhe Hautreaktionen hervorrufen, die mit einem Hautpilz bei der Katze leicht zu verwechseln sind. Es sollten deshalb stets alle Tiere, die mit einer infizierten Katze Kontakt hatten, getestet werden.
 

MANCHE KATZEN HABEN EIN ERHÖHTES HAUTPILZRISIKO

Generell kann ein Hautpilz jede Katze befallen. Manche Rassen, z.B. Perserkatzen, sind jedoch besonders anfällig. Ob eine infizierte Katze Symptome entwickelt, hängt vor allem von ihrem Immunsystem ab. Junge, trächtige oder gestresste Katzen erkranken beispielsweise häufiger schwer. Zusätzlich kann ein Wurmbefall die körpereigene Abwehr schwächen und auch andere Parasiten wie Flöhe, Zecken, oder Milben ermöglichen es dem Pilz, sich in der Haut der Katze zu verwurzeln. 

HAUTPILZ BEI KATZEN: WAS PASSIERT BEIM TIERARZT?

Wenn Sie eine Hautpilz-Infektion bei Ihrer Katze vermuten, sollten Sie schnellstmöglich einen Tierarzt-Termin vereinbaren. In der Praxis ermöglicht die Kombination verschiedener Maßnahmen die Unterscheidung zwischen einem Hautpilz und anderen Hautkrankheiten. Manche Pilzsporen fluoreszieren z. B. im Licht einer Speziallampe oder sind unter dem Mikroskop erkennbar. Ist die Diagnose nach diesen Untersuchungen immer noch unklar, schickt das Tierarztteam eine Haarprobe an ein Speziallabor

NEUINFEKTIONEN MIT KATZENPILZ DURCH EFFEKTIVE BEHANDLUNG VERHINDERN

Um die Pilzsporen abzutöten, reibt man die Katzenhaut mit einer lokal wirksamen Salbe ein oder nutzt ein antimikrobielles Shampoo. Besonders bei langhaarigen Rassen und starkem Befall sollte das Fell zuvor auf etwa drei Millimeter Länge gekürzt werden. Dadurch kann der Wirkstoff effizient in die unteren Hautschichten eindringen. Wenn die Salbe oder das Shampoo den Hautpilz der Katze nicht vollständig beseitigt, kommen häufig weitere Medikamente zum Einsatz. Sie können der Katze über das Futter verabreicht werden und beseitigen Pilzpartikel im Körperinneren. Zusätzlich gibt es therapeutische Impfungen, die das Risiko einer erneuten Infektion verringern. Da der Katzenpilz recht hartnäckig ist, kann die Behandlung durchaus mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Damit sich während dieser Zeit kein anderes tierisches oder menschliches Familienmitglied ansteckt, müssen alle Gegenstände, mit denen die betroffene Katze Kontakt hatte, wöchentlich gründlich desinfiziert und gereinigt werden.

QUELLEN

1 ESCCAP (2017): Empfehlung zur Bekämpfung von Hautpilzen. ESCCAP Tierhalter-Information. URL (Zugriff am 03.07.2023): https://www.esccap.de/fileadmin/user_upload/ESCCAP_Empfehlung_Hautpilze_Tierhalter_Aktualisierung_2017.pdf

2 Deutsche Apotheker-Zeitung (2013): Hautpilzerkrankungen bei Hund und Katze. URL (Zugriff am 03.07.2023): https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-30-2013/hautpilzerkrankungen-bei-hund-und-katze

3 Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (2019): Hautpilzerkrankungen bei Hund und Katze. URL (Zugriff am 03.070.2023): https://www.bft-online.de/kleintiergesundheit/2019/hautpilze-bei-katzen-klein-und-gemein/hintergrundinformation-hautpilze-bei-hund-und-katze/